„Jede kann sich zugehörig fühlen“

„Dein Licht – unsere Stärke“ – unter diesem Motto zeigt die kfd gute und nachahmenswerte Ideen aus allen Ebenen und Bereichen der Verbandsarbeit. Inspirierende Einfälle von Gruppen vor Ort sollen so genauso sichtbar werden wie lokale Projekte aus den Diözesanverbänden und dem Landesverband. Denn schließlich haben viele kfd-Frauen gute Ideen, mit denen sie auch andere anstecken. Und so kann ein einzelnes Licht, ein einzelner Gedanke zum großen Ganzen beitragen und alle Frauen – und damit den Verband – stärken.

Wie es richtig gut laufen kann in der kfd-Gruppe vor Ort, zeigt die kfd St. Bruno Lünten im westfälischen Münsterland. Ihre Veranstaltungen sind regelmäßig ausgebucht – und auch Nachwuchssorgen gibt es keine. Wie das gelingt, berichtete die Gruppe der „Junia“-Redaktion.

Von Isabelle De Bortoli

Lünten ist ein kleines Örtchen, ein Kirchdorf von Vreden im westfälischen Münsterland (NRW), es zählt 1.500 Einwohner* innen. Ehrenamt und Vereinsarbeit werden dort noch großgeschrieben – und das ist auch ein großer Vorteil für die kfd- Gruppe, die 270 Mitglieder hat: Denn ein Programm für Frauen läuft hier klar über die kfd. „Es gibt nicht viele Angebote, mit denen wir konkurrieren“, so das Team der kfd Lünten. Mit den Landfrauen stehen die Frauen der kfd in Kontakt. „Entweder organisieren wir etwas zusammen oder wir schauen, dass wir uns terminlich nicht in die Quere kommen. Wir schauen, dass wir mit unserem Programm alle Frauen ansprechen – von Mitte 20 bis über 80. Wir wollen zeigen: Die kfd kann Anschluss bieten – und jede kann sich zugehörig fühlen.“

Das ist das Erfolgsgeheimnis, jede macht ein bisschen, so wird es für niemanden zu viel.

Und das gelingt so: Das Team – eine Gruppe von zehn Frauen zwischen 30 und 53 Jahren, die bei jeder kfd-Regionalversammlung den Altersdurchschnitt ordentlich absenkt – plant ein buntes Veranstaltungsprogramm. Jede ist für bestimmte Termine zuständig, nicht alle für alles. „Das ist das Erfolgsgeheimnis, jede macht ein bisschen, so wird es für niemanden zu viel.“ Jede Veranstaltung war 2024 ausgebucht, eine Bastelaktion sogar innerhalb von 20 Minuten. Es gibt regelmäßig Guten-Morgen- Wanderungen, die im Dunkeln starten, dann geht es mit Impulsen in den Sonnenaufgang hinein. Auch eine Planwagenfahrt in die älteste Disko Deutschlands unter dem Motto „kfd will tanzen“ wurde unternommen, ebenso wie Fahrradtouren. „Aber auch für Frauen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, haben wir Angebote, eben auch mal „nur“ Kaffeetrinken oder Vorträge.“

Nachwuchssorgen gibt es keine: Junge Frauen werden über eine Krabbelgruppe gewonnen, die sich im Ort gut etabliert hat.

Die gab es beispielsweise schon zu Themen wie „Gesund älter werden“ oder „Letzte Hilfe“. In 2025 steht ein Vortrag zum Thema „Patientenverfügung“ an. „Schön ist: Die Frauen melden sich auch mal ,alleine‘ an, nach dem Motto: Es wird schon eine da sein, die ich kenne – und so ist es dann auch“, so das Team der kfd Lünten. Ein besonderes Highlight jedes Jahr: Die Karnevalsfeier mit rund 150 Teilnehmerinnen, bei der alle Über-80-Jährigen einen Orden erhalten. „Besonders stolz sind wir auch auf unsere Theatergruppe, die jedes Jahr zur Jahreshauptversammlung alle zum Lachen bringt – die Frauen leisten wahnsinnige Arbeit.“ Nachwuchssorgen gibt es keine: Junge Frauen werden über eine Krabbelgruppe gewonnen, die sich im Ort gut etabliert hat. „Da werben sich die jungen Frauen gegenseitig an.“ Und auch Zugezogene werden einfach mal zu Veranstaltungen mitgenommen und schnell in die Gemeinschaft integriert. 

 

 

„Also: Steht hinter der kfd, denn wenn es uns nicht gäbe, müsstet ihr all die Dinge und Veranstaltungen selbst organisieren.“

Die Frauen, die in der Coronazeit und durch die Beitragserhöhung verloren gegangen seien, habe man längst wieder „reingeholt“, so die Gruppe: „Zur Beitragserhöhung haben wir einen Brief versendet mit dem Tenor: Seht die 3,33 Euro mehr im Monat als eine Spende in die Zukunft der Frau in Politik, Kirche und Gesellschaft. Dazu bekommt ihr noch ein richtig schönes Jahresprogramm. Also: Steht hinter der kfd, denn wenn es uns nicht gäbe, müsstet ihr all die Dinge und Veranstaltungen selbst organisieren.“ 2025 freut sich die kfd Lünten unter anderem auf einen Enkel-Oma-Tag und auf die Fahrt zu einem gut funktionierenden Dorfladen in der Region – vielleicht auch als Idee zum Nachmachen im eigenen Dorf. Das Team bilanziert: „Wir sind stolz auf unsere kfd!“