Tag der Diakonin +plus 2026

Unter dem Motto „Gott diskriminiert nicht“ fand die zentrale Veranstaltung zum Tag der Diakonin +plus in diesem Jahr am 29. April 2026 in München statt und begann mit einem Gottesdienst. Im Anschluss folgte ein Gespräch unter dem Titel „Gemeinsam für offene Ämter – Initiativen im Dialog“ und viel Raum für Austausch. 

Die Veranstalter*innen hatten sich bei dem diesjährigen Motto von der Initiative #meingottdiskriminiertnicht inspirieren lassen, die sich für Gleichberechtigung in der katholischen Kirche einsetzt. Die Initiative machte zuletzt mit einer Aktion auf sich aufmerksam, bei der sich neun Theologinnen und Theologiestudentinnen offiziell beim Freiburger Priesterseminar bewarben, obwohl ihnen dieses Amt in der katholischen Kirche verwehrt bleibt. 

Die kfd setzt sich seit Jahrzehnten für die Öffnung des sakramentalen Diakonats für Frauen ein. Der Tag der Diakonin, seit 2024 der Tag der Diakonin +plus stellt dieses Anliegen in den Mittelpunkt. Er wird jedes Jahr am 29. April - dem Festtag der Hl. Katharina von Siena - begangen. 

Gemeinsam mit dem Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB), dem Netzwerk Diakonat der Frau, dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) lädt sie jedes Jahr an diesem Tag zu einer zentralen Veranstaltung ein, um ein Zeichen für eine geschlechtergerechte Kirche zu setzen.

„Wir wissen, dass sich weltweit viele Frauen in der Kirche nicht mehr beheimatet fühlen und sie deshalb verlassen. Ohne echte Gleichberechtigung wird diese Entfremdung weiter zunehmen. Vertrösten und Abwarten ist keine Option mehr! Die Zeit zum Handeln ist jetzt!“

Ulrike Göken-Huismann, stv. kfd-Bundesvorsitzende

Rückblick auf 2025

2025 stand der Tag der Diakonin +plus unter dem Motto “Berufen. Bereit. Unaufhaltsam”. Erstmals beteiligte sich auch der Bund der Deutschen Katholischen Jugend an der Veranstaltung in Köln, die mit einer Kundgebung auf dem Roncalliplatz startete, an der über 200 Menschen teilnahmen. Dort und beim anschließenden Schweigemarsch durch die Innenstadt forderten die Teilnehmer*innen die Öffnung der Ämter in der römisch-katholischen Kirche für alle Menschen, unabhängig von ihrem Geschlecht.

Diakonische Arbeit: überwiegend Frauensache

Diakonische Arbeit wird überwiegend von Frauen geleistet. Ihr Handeln ist für die Glaubwürdigkeit einer diakonischen Kirche unverzichtbar. Diakonisches Handeln gehört zu den Wesensmerkmalen der Kirche. Der Diakonat ist deshalb durch das Zweite Vatikanische Konzil wieder als eigenständiges Amt eingeführt worden. 

Als Getaufte und Gefirmte sind Frauen und Männer in gleicher Weise dazu berufen, aktiv am Aufbau und am Fortbestand der Kirche mitzuwirken und dabei den Dienst am Nächsten zu verwirklichen.
Die Fähigkeit, den Dienst am Nächsten zu tun und somit der Botschaft Jesu Christi Hand und Fuß zu verleihen, ist Frauen und Männern in gleicher Weise gegeben. Sie wirken als Glaubenszeuginnen und Glaubenszeugen in einer lebendigen Kirche. Es wird die Kirche stärken, wenn der sakramentale Diakonat beiden Geschlechtern offen steht.

Passend dazu hat die kfd-Bundesversammlung 2019 das Positionspapier "gleich und berechtigt. Alle Dienste und Ämter für Frauen in der Kirche" beschlossen.