Pressemitteilungen

kfd zum Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus

Haltung zeigen, Unrecht benennen, Menschenwürde schützen

Düsseldorf, 26. Januar 2026. Zum morgigen „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ erinnert die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) – Bundesverband e. V. an die Millionen von Menschen, die während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft entrechtet, verfolgt und ermordet wurden. Zum 27. Januar mahnt die kfd, das unfassbare Leid der Opfer wachzuhalten und die Verantwortung für Gegenwart und Zukunft ernst zu nehmen.

Im November 2025 besuchte Andreas Paul, Geistlicher Leiter des kfd-Bundesverbandes, mit der Maximilian-Kolbe-Stiftung die Gedenkstätte in Auschwitz. © kfd/Andreas Paul

„Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert uns daran, dass Demokratie und Menschenwürde keine Selbstverständlichkeiten sind. Als kfd fühlen wir uns den Opfern verpflichtet, ihre Geschichten lebendig zu halten und jeder Form von Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung entschieden entgegenzutreten“, betont die kfd-Bundesvorsitzende Anne König.

Die Auseinandersetzung mit der Geschichte ist für die kfd allgegenwärtig. Erst im November 2025 besuchte Andreas Paul, Geistlicher Leiter des kfd-Bundesverbandes, mit der Maximilian-Kolbe-Stiftung die Gedenkstätte in Auschwitz. Die Eindrücke dieses Ortes haben noch einmal deutlich gemacht, wohin Menschenverachtung, Ausgrenzung und Wegsehen führen können. Paul unterstreicht die Bedeutung des Erinnerns: „Der Besuch der Gedenkstätte hat mich tief bewegt. Dieser Ort macht sprachlos – und er ruft uns zugleich in die Verantwortung. Dabei erheben wir nicht nur unsere Stimme für eine freie und demokratische Gesellschaft, wir engagieren uns in unseren Netzwerken auch ganz konkret im Bereich Erinnerungskultur und Versöhnungsarbeit.“

Die Katholische Frauengemeinschaft sieht sich daher in besonderer Verantwortung, sich aktiv gegen das Vergessen der Verbrechen stark zu machen. Die Erinnerung ist für die kfd untrennbar verbunden mit gelebter Demokratie, Menschenwürde und einem respektvollen Miteinander in einer vielfältigen Gesellschaft sowie dem Einsatz gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus.
 
Vor diesem Hintergrund hat die kfd im vergangenen Jahr die Broschüre „Für Demokratie und Menschenwürde“ herausgegeben. Sie unterstützt kfd-Gruppen und persönlich im eigenen Alltag bei den Themen Demokratie und Schutz der Demokratie vor Anfeindungen aus dem politisch rechten Spektrum.
 
Der 27. Januar ist für die kfd nicht nur ein Tag des Gedenkens – er ist ein Auftrag, Haltung zu zeigen, Unrecht zu benennen und die Würde jedes einzelnen Menschen zu schützen.

Hintergrund:

Das Maximilian-Kolbe-Werk entstand aus einer Sühnewallfahrt nach Auschwitz 1964, bei der deutsche Katholik*innen spontan Überlebenden halfen und daraus die Aktion „Solidaritätsspende“ entwickelten. 1973 wurde das Werk offiziell gegründet und übernahm eine Vorreiterrolle in der Versöhnung zwischen Deutschen und Polen. Seit den späten 1970er Jahren setzt es stark auf persönliche Begegnungen, die für viele Überlebende eine seelische Befreiung bedeuteten. Bis heute organisiert das Werk Erholungs- und Begegnungsaufenthalte und Zeitzeugengespräche, um Verständigung und Versöhnung in Mittel- und Osteuropa zu fördern.

Die Maximilian-Kolbe-Stiftung wurde 2007 gegründet, um die Versöhnungsarbeit in Europa zu fördern und baut auf den Erfahrungen des Maximilian-Kolbe-Werks mit Überlebenden auf. Sie organisiert seit 2010 internationale Workshops in Auschwitz und entwickelt neue Begegnungsformate mit Partnern in mehreren europäischen Ländern. Dadurch entstand ein wertvolles Netzwerk, das gerade in Zeiten von Krieg und Konflikten besondere Bedeutung hat.
Andreas Paul vertritt die kfd in der Mitgliederversammlung des Werkes und dem Stiftungsrat.