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Studienergebnisse zu Frauen in pastoraler Leitung vorgestellt

Frauen verändern Kirche

Düsseldorf, 12. März 2026. Katholische Frauenverbände haben eine Studie zu Frauen in pastoraler Leitung durchgeführt. Untersucht wurde, wie die pastorale Leitung von Gemeinden durch Frauen in Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz wahrgenommen wird und welche Wirkungen dies auf Führung, Mitwirkung und das Gemeindeleben hat. Die Studie liefert erste wichtige Erkenntnisse zur Wahrnehmung partizipativer Führungsstile, pastoraler Innovation und Gleichberechtigung in der Kirche.

Insgesamt bestätigt die Studie, dass Frauen in pastoraler Leitung Kirche durch mehr Synodalität, stärkere Mitwirkung und eine bewusste Mäßigung von Macht prägen. © kfd/Tobias Vollmer

„Diese Befragung ist ein Anfang. Sie macht sichtbar, welches Potenzial in pastoraler Leitung durch Frauen für die Zukunft der Kirche liegt“, erklären die beteiligten Frauenverbände Katholischer Deutscher Frauenbund (KDFB), Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), Katholische Frauenbewegung Österreichs (kfbö), Frauenbund Schweiz und Katholische Frauenbewegung Südtirol (kfb).

Die Initiative zur Befragung entstand beim jährlichen Treffen der katholischen Frauenverbände im April 2025. Ausgangspunkt war die gemeinsame Diskussion der Frage, welche Wirkungen es hat, wenn Frauen eine Pfarrei leiten. Die französische Ordensschwester Sr. Nathalie Becquart, Untersekretärin im vatikanischen Synodensekretariat, hatte bei ihrem Gespräch bei der katholischen Frauenbewegung Österreichs diese Frage gestellt. Eine verbandsübergreifende Arbeitsgruppe wurde eingerichtet, die eine Umfrage durchführte. 
 
Die Befragung richtete sich an Ehren- und Hauptamtliche in Gemeinden in Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz, die von Frauen gemäß c. 517 § 2 geleitet werden. Erhoben wurden Einschätzungen zu unterschiedlichen Dimensionen pastoraler Leitung, darunter pastorale Innovation, partizipativer Führungsstil (Communio), empathischer Führungsstil (Diakonie, Seelsorge), transformatorischer Führungsstil (Verkündigung) und kommunikativer Führungsstil (Liturgie).
 
Grundlage der ersten Auswertung sind 54 ausgefüllte Fragebögen von Ehren- und Hauptamtlichen aus den drei Ländern. Die ersten Ergebnisse zeigen deutlich: Frauen in pastoraler Leitung verändern das Bild von Kirche. Sie favorisieren einen partizipativen Führungsstil, fördern Mitwirkung, stärken gemeinschaftliche Verantwortung und setzen neue pastorale Impulse. Gleichzeitig werden strukturelle Herausforderungen sichtbar, etwa begrenzte Rechte in einem klerikalen Führungsmodell und die fortbestehende Abhängigkeit von geweihten Männern sowie die Größe der pastoralen Räume und die dadurch entstehende Fülle an Aufgaben. 
 
Weibliche Leitung wird als Gewinn erlebt: glaubwürdig, dialogisch, lebensnah und zukunftsorientiert. Insgesamt bestätigt die Studie, dass Frauen in pastoraler Leitung Kirche durch mehr Synodalität, stärkere Mitwirkung und eine bewusste Mäßigung von Macht prägen.
 
Die Ergebnisse der Studie wurden bei einem Online-Treffen der katholischen Frauenverbände im Februar 2026 von Agnes Wuckelt, ehemalige stellvertretende kfd-Bundesvorsitzende, vorgestellt. Sie hatte die Studie mit ihrer fachlichen Kompetenz als emeritierte Professorin maßgeblich entwickelt und ausgewertet. Die Arbeitsgruppe wird die Ergebnisse in einer Kurzfassung mit englischer Übersetzung sowie in einer ausführlichen Langfassung aufbereiten. Die Langfassung wird den Bischofskonferenzen und den synodalen Gremien zur Verfügung gestellt, um die Diskussion über Frauen in Leitungspositionen in Kirche und Gesellschaft weiterzuführen und konkrete Handlungsperspektiven zu eröffnen. Zudem hat Angelika Ritter-Grepl, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs, die Ergebnisse im Rahmen einer Delegationsreise mit dem österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen Anfang März persönlich an Sr. Natalia Becquart in der römischen Kurie überreicht.

Die deutschsprachigen katholischen Frauenverbände 

 

Hiintergrundinformationen:
Seit 1982 treffen sich die Präsidien der deutschsprachigen katholischen Frauenverbände – Katholischer Deutscher Frauenbund (KDFB), Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), Katholische Frauenbewegung Österreichs (kfbö), Frauenbund Schweiz und Katholische Frauenbewegung Südtirol (kfb) – jährlich zu einem mehrtägigen Austausch. Dabei stehen das Netzwerken und die Gespräche über aktuelle Themen im Vordergrund.