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„Sie haben einfach die Zeichen der Zeit ignoriert“

Statement der kfd zum Abschlussbericht zur Rolle der Frau in der Kirche

Zum jetzt veröffentlichten Abschlussbericht einer Studiengruppe des Vatikans zur Rolle der Frau in der Kirche erklärt Ulrike Göken-Huismann, die stellvertretende Bundesvorsitzende der Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) – Bundesverband e. V.:

Ulrike Göken-Huismann, die stellvertretende Bundesvorsitzende der kfd, zum Abschlussbericht aus Rom. © kfd/Kay Herschelmann

„Eine wachsende Zahl von Frauen jeder Altersgruppe und in unterschiedlichen Teilen der Welt fühlen sich im Haus des Herrn nicht mehr zuhause – bis hin zu dem Punkt, dass sie es vollständig verlassen. Diese klare Feststellung im Bericht beschreibt eine Entwicklung, die wir als kfd seit Jahren wahrnehmen. Es ist schade, dass Rom nicht früher auf die offensichtlichen Entwicklungen reagiert hat, und damit auch nicht auf die Katholikinnen und Katholiken. Sie haben einfach die Zeichen der Zeit ignoriert.

Es war ein richtiger Schritt, dass unter Papst Franziskus im Zuge der Weltsynode die Studie initiiert wurde. Wir fordern nun den Vatikan auf, sich jetzt – und zwar in diesem Jahr – mit den Ergebnissen auseinanderzusetzen und entsprechende Änderungen im Sinne der Geschlechtergerechtigkeit anzustoßen. Konkret heißt das für uns: Eine schnelle Genehmigung der Partikularnorm zur Predigterlaubnis sowie die Zulassung von Frauen zum sakramentalen Diakonat.

Wir setzen uns seit Jahrzehnten für Reformen in der katholischen Kirche ein, damit Frauen ihre Berufung und ihre Gaben gleichberechtigt einbringen können. Für viele katholische Frauen ist die kfd selbst zu einer kirchlichen Heimat geworden. Viele bleiben der Kirche gerade wegen der Gemeinschaft und des Engagements im Frauenverband verbunden.“