Positionspapier für wirtschaftliche Gleichstellung

Ökonomische Eigenständigkeit von Frauen und geschlechtergerechte Wirtschaftspolitik

In ihrem bei der Bundesversammlung 2026 beschlossenen Positionspapier fordert die kfd umfassende Maßnahmen zur Stärkung der sozialen und wirtschaftlichen Situation von Frauen.  

Die Positionierung zeigt zentrale strukturelle Hindernisse für die ökonomische Eigenständigkeit von Frauen auf und formuliert Forderungen und Handlungsempfehlungen, um die ökonomische Eigenständigkeit von Frauen zu stärken und die Wirtschaftspolitik in Deutschland geschlechtergerecht zu gestalten. Im fertigen Layout gedruckt ist das Papier voraussichtlich im Spätsommer im kfd-Shop erhältlich.

Die Forderungen (Auszug):

  • 1. Geschlechtersensible und datenbasierte Wirtschaftspolitik
    • Wirtschaftspolitik konsequent geschlechtergerecht ausrichten – durch bessere Daten, verbindliche Prüfungen und gezielte Förderung von Frauen und frauendominierten Bereichen 

  • 2. Fehlanreize in Steuer- und Transfersystem
    • Fehlanreize abbauen und Rahmenbedingungen schaffen, die eigenständige Erwerbstätigkeit und soziale Absicherung von Frauen stärken 

  • 3. Geschlechterungleichheiten am Arbeitsmarkt
    • Gleiche Bezahlung, bessere Aufstiegschancen und faire Bedingungen insbesondere in sozialen Berufen für Frauen durchsetzen 

  • 4. Ungleiche Verteilung von Sorgearbeit
    • Sorgearbeit gerechter verteilen, besser unterstützen, gesellschaftlich aufwerten und die Vereinbarkeit mit Erwerbsarbeit verbessern 

  • 5. Langfristige Folgen für Einkommen, Vermögen und Alterssicherung
    • Frauen über den gesamten Lebensverlauf hinweg finanziell und wirtschaftlich besser absichern, um Rentenlücken und Altersarmut zu verhindern. 

Das vollständige Positionspapier zum Thema finden Sie rechts zum Download. 

Darum geht es konkret

Die ökonomische Eigenständigkeit von Frauen ist eine zentrale Voraussetzung für Gleichstellung, gesellschaftliche Teilhabe und Selbstbestimmung.  Frauen sind in Deutschland weiterhin benachteilig, wenn es um Einkommen, Vermögen und die soziale Absicherung geht:  

Frauen …

  • verdienen im Durchschnitt weniger als Männer,  

  • übernehmen den Großteil der Sorgearbeit,  

  • arbeiten häufiger in Teilzeit,  

  • haben ein höheres Risiko für Altersarmut,  

  • und sind besonders als Alleinerziehende finanziell belastet.

Wirtschaftliche Abhängigkeit schränkt Handlungsspielräume ein – in Partnerschaften, im Berufsleben und bei wichtigen Lebensentscheidungen. Vollständige Geschlechtergerechtigkeit ist deshalb ohne wirtschaftliche Gleichstellung nicht erreichbar.

Eine gerechte Wirtschafts- und Sozialpolitik muss diese Strukturen verändern und Frauen in allen Lebensphasen wirtschaftlich stärken.