„Diese Entscheidung überrascht uns nicht. Sie zeigt jedoch erneut, wie konsequent die Kirche an Strukturen festhält, die Frauen von zentralen Aufgaben und Diensten ausschließen, und wie selbstverständlich sie dabei grundlegende Ungerechtigkeit in den eigenen Reihen in Kauf nimmt", erklärt Ruth Fehlker, Geistliche Leiterin des kfd-Bundesverbandes.
Rom verweigert weiterhin eine Realität, die längst gelebt wird
Mit der Ablehnung verweigert Rom weiterhin die Anerkennung einer Realität, die vielerorts längst gelebt wird: Frauen verkünden das Evangelium, begleiten Menschen seelsorglich, leiten Gottesdienste, verfügen über fundierte theologische Qualifikationen und tragen Verantwortung in Kirche und Gesellschaft.
„Die Frage ist längst nicht mehr, ob Frauen zur Verkündigung befähigt sind. Die eigentliche Frage lautet, warum die Verantwortlichen in Rom die Charismen und Berufungen von Frauen und Männern weiter ignorieren. Wenn Frauen verkünden dürfen, aber nicht an dem Ort, den die Kirche selbst als Quelle und Höhepunkt des christlichen Lebens versteht, dann betrifft das nicht nur die Frauen. Dann werden auch den Gläubigen Stimmen vorenthalten, die ihnen einen Zugang zu dieser Quelle eröffnen könnten“, so Fehlker weiter.
Die kfd begrüßt ausdrücklich, dass die Deutsche Bischofskonferenz den Beschluss des Synodalen Weges umgesetzt und das Predigt-Indult in Rom beantragt hat. Damit haben die Bischöfe deutlich gemacht, dass sie die Charismen, Kompetenzen und Berufungen von Frauen und Männern in der Kirche ernst nehmen.
Erneutes Zeichen für große Kluft zwischen Vatikan und Ortskirchen
Die Entscheidung des Vatikans sieht die kfd als ein weiteres Zeichen für die mangelnde Gleichberechtigung von Frauen in der katholischen Kirche. „Solange Frauen trotz ihrer Kompetenz, ihrer Berufung und ihres Engagements von zentralen Diensten ausgeschlossen bleiben, verliert die Kirche weiter an Glaubwürdigkeit. Die Entscheidung zeigt erneut, wie groß die Kluft zwischen den pastoralen Realitäten vieler Ortskirchen und den Vorgaben aus Rom ist“, so Ruth Fehlker abschließend.